DJK Zuzenhausen 1958 e.V.

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Vereinschronik zum 50-jährigen Jubiläum der DJK


Meine sehr verehrten Damen, sehr geehrte Herren,

liebe Freunde der D J K,

„Das Tun interessiert, das Getane nicht.“ Dieses Wort stammt von dem großen deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe. Sicher, spannender ist das, was jetzt kommt. Das Neue ist immer aufregend. – Aber in Augenblicken wie diesen ist es wichtig, einen Schritt zurück zu treten, das Getane zu betrachten und zu prüfen.

Die Geschichte unseres Vereins setzt sich nicht zusammen aus Umsatzzahlen, sie ist die Geschichte der Menschen, die unseren Verein und ihre Arbeit getragen haben. Auch wir wollen es so halten. Sie werden von uns keine Zahlen hören, sondern ein Stück lebendige Vereinsgeschichte, von Gründern, Mitgliedern und Personen, die das Gesicht unseres Vereins mit geprägt haben.

Unsere DJK wurde am 24. Juni 1958 gegründet. Sie ist als Tischtennis-Verein aus der kath. Jugendarbeit der 50er Jahre hervorgegangen. Ein Produkt vieler gemeinsam verbrachter Gruppenstunden, bei Sport, Spiel und unvergesslichen Zeltlagern. Während der Gruppenstunden spielte man schon Tischtennis. Dort fasste man auch den Entschluss, einen TT-Verein zu gründen.

Zu den Gründungsmitgliedern zählten:

Fritz Steinbrenner

Wolfgang Ohneck

Siegbert Hitzelberger

Edwin Maier

Ernst Schmidt

Klaus Halter

Walter Riebl

Franz Berberich

Oskar Czink

Adolf Bernhard

Richard Proißl

Lothar Sonst

Karl Berberich

Gerhard Ender

Rudi Halter

Sie gingen ausnahmslos aus der kath. Jugend hervor, weshalb sie sich auch dazu entschlossen hatten, den neu gegründeten Verein der Dachorganisation D J K anzugliedern und ihn auch so zu benennen.

Was bedeutet DJK?

Am 16. September 1920 wurde in Würzburg die "Deutsche Jugendkraft - Reichsverband für Leibesübungen in katholischen Vereinen" gegründet. Die drei Großbuchstaben DJK stehen für den Namen "Deutsche Jugendkraft" und sind keine Erfindung der Gründer des DJK-Sportverbandes. Jugendkraft war ein häufig verwendeter und selbsterklärender Begriff der Alltagssprache dieser Zeit, der auch in anderen Kulturen, Sprachen und Sportbereichen verwendet wurde (z. B. Italien: Juventus). Er meinte die Summe aller positiven, kraftvollen, kreativen Eigenschaften der Jugendzeit schlechthin, ohne dass diese damit auf den Lebensabschnitt Jugend begrenzt wären. 1. Vorsitzender wurde Karl Mosterts.

Die DJK entwickelte sich bis 1935 auf über 700.000 Mitglieder in etwa 6.000 Vereinen. Durch die NS-Machthaber wurde die DJK 1935 verboten.

Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich die DJK nur zögerlich. 1961 vereinigten sich die regionalen DJK-Verbände zum bundesweiten Zentralverband. Erst damals wurde die ökumenische Offenheit der DJK in den Verbandssatzungen verankert, bei uns jedoch schon seit Gründung unseres Vereines praktiziert.

„Aus kleinem Anfang entspringen alle Dinge.“ Ein Zitat von Marcus Tullius Cicero könnte damals Pate für unser Vereinsleben gestanden haben.

In der heutigen Zeit undenkbar, aber mit einem Startkapital von einer, einige Jahre zuvor von der kath. Kirchengemeinde gespendeten TT-Platte, sowie der Zusage des Elsenztalwirtes Stefan Welz auf kostenlose Saalbenutzung im ehemaligen Gasthaus zum Elsenztal, wurden die sportlichen und geselligen Aufgaben angegangen. Im Jahre 1964 wurde der Spielbetrieb in das alte kath. Pfarrhaus verlegt, und seit 1982 findet der Spielbetrieb an zwei Tagen in der Woche in der Häuselgrundhalle in Zuzenhausen statt.

Trotz dieser ursprünglich spärlichen Ausstattung ist unser Verein zwischenzeitlich 50 Jahre alt geworden. Vieles wurde in dieser Zeit geleistet, gleich ob in sportlicher oder geselliger Hinsicht. Sitzungen, Training, Verbandsspiele, Stadt- u. Kreismeisterschaften, Ranglisten, Turniere, Skifreizeiten, Ausflüge, Grillfeste, Teilnahmen an Veranstaltungen örtlicher u. überörtlicher Vereine, Faschingsveranstaltungen usw. mussten organisiert, terminiert und durchgeführt werden. Unzählige Stunden wurden in den 50 Jahren hierfür aufgewendet. Jeder einzelne im Verein war gefragt und gefordert, sich einzubringen. Und alle halfen mit, der eine mehr, der andere weniger, jeder so gut er eben konnte, zum Wohle unseres Vereines. So soll es auch weiterhin sein, denn nur so kann Vereinsleben erlebt und gelebt werden.

Wesentlichen Anteil an unserem regen und erfolgreichen Vereinsleben trugen dabei sicher unsere Vorstandschaften bei. Das mussten sie auch, weil wir uns all die Jahre Präsidenten, Manager, Schatzmeister usw. nicht leisten konnten. Ihnen gilt für ihre vorbildliche Arbeit unser aller Dank. Ganz besonders Lothar Sonst, 24 Jahre als 1. oder 2. Vorstand, Gerhard Zwilling, 1. Vorstand seit 1974, das sind zwischenzeitlich 35 Jahre, Thomas Schwind, 22 Jahre Schriftführer oder 2. Vorstand, Albert Weber, seit 1982 Kassier, das sind 26 Jahre sowie "unserm Vadder", Fritz Kaltwasser. Nicht weniger als 27 Jahre stand er als Jugendleiter unserem Verein zur Verfügung. Nur wer jemals ein Ehrenamt bekleidet hat kann ermessen, wie viel Freizeit jeder dafür gegeben hat.

Während im 1. Spieljahr mit 2 Senioren-Mannschaften und einer Jugendmannschaft gestartet wurde, zählt man heute 4 Senioren- und 2 Jugendmannschaften. Mehr als eine Verdreifachung der aktiven, wenn man berücksichtigt, dass 1958 eine Seniorenmannschaft aus vier Spielern bestand. Heute zählt jede Mannschaft sechs Spieler plus mindestens zwei Ersatzspieler. Was die Anzahl der Mannschaften angeht, waren wir auch schon besser. Aber in der heutigen Zeit ist es nicht so einfach, Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene für das Vereinsleben zu gewinnen und begeistern, da aktives Vereinsleben doch einem gewissen Zwang unterliegt und heute fast jeder frei und ungebunden sein möchte.

Unsere sportlichen Erfolge in den vergangenen 50 Jahren können sich durchaus sehen lassen. Nicht weniger als

· 26 Mannschafts-Meisterschaften im Senioren- und Jugendbereich, davon zwei Badische Mannschaftsmeisterschaften (Mädchen), zwei Teilnahmen an den Süddeutschen Mannschaftsmeisterschaften mit einem 4. und einem 5. Platz, verbunden mit insgesamt 17 Aufstiegen in nächst höhere Klassen wurden errungen.

· 12 Pokalsiege stehen zu Buche, 2 mal stand man im Finale des Verbandspokals, 1 mal wurden unsere Mädchen Verbandspokalsieger

· 83 Kreismeistertitel in den Einzeln, Doppeln und im Mixed wurden erspielt

· 25 Mal qualifizierten sich Aktive unseres Vereines zu Verbandsranglisten, 8 Mal zu Badischen Endranglisten, 2 Mal zu den süddeutschen Ranglisten, 2 Mal wurde man 1. der Badischen Rangliste, beide Male Stefanie Maier, heute Ehehalt; sie ist auch diejenige, die die Farben der DJK bei der deutschen Endrangliste der Schülerinnen vertreten hat und 1993 mit einem hervorragenden 23. Platz abschloss. Was man damals noch nicht ahnen konnte, sie spielte an der Seite im Mixed bei dieser deutschen Endrangliste mit keinem geringeren als mit Timo Boll, zwischenzeitlich mehrfacher deutscher Meister, Welt- und amtierender Europameister, er war erster der Weltrangliste, zur Zeit belegt er Rang sieben. Im gleichen Jahr qualifizierte sie sich für die süddeutschen Einzelmeisterschaften und vertrat im Deutschlandpokal die Farben des Badischen TT-Verbandes.

· insgesamt 4 Badische Meistertitel wurden erkämpft, 2 im Einzel und 2 im Doppel

· über 20 Titel bei landesoffenen Turnieren, 2er-Mannschaftsturnieren, Sportfesten, Stadt- und Bezirksmeisterschaften, Kurpfalz- u. Dekanatsmeisterschaften

konnten erzielt werden. Von den weit über hundert Platzierungen ganz zu schweigen.

Als absolute sportliche Höhepunkte der Vereinsgeschichte zählten sicherlich der Aufstieg unserer 1. Mannschaft im Jahre 1969 in die Bezirksklasse Heidelberg/Sinsheim, die jetzige Bezirksliga Ost, sowie die Aufstiege in die Verbandsklasse Nordbaden in den Jahren 1994, 1996 und 2001. Die Bezirksliga Ost war auch die Klasse, in welcher unsere 1. Mannschaft 31 Jahre vertreten war. Drei Mal stieg man in die Verbandsklasse Nordbaden auf. Leider war uns die Zugehörigkeit zu dieser Spielklasse jeweils nur ein Jahr gegönnt.

Den Erfolgen unserer 1. Mannschaft stand unsere Damenmannschaft nichts nach. Erstmals 1987 nahmen Damen, damals waren es noch Mädchen, am aktiven Spielbetrieb unserer DJK teil. Nach zwei harten Lehrjahren, unermüdlichem Training (Vereins-, Förder- und Stützpunkttraining), z. T. fünf mal in der Woche, waren unsere Mädchen, Claudia Kaltwasser, heute Geißer, Stefanie Ehehalt, Kerstin Körber und Sabine Schlesinger, plötzlich ein Begriff im gesamten badischen Raum. Über Jahre hinweg beherrschten sie dort die TT-Szene, spielten in der höchsten Schülerinnen- und Mädchenklasse, jeweils der Verbandsliga, und wurden 1992 und 1993 Badischer Mannschaftsmeister. 1992 wurden sie Verbandpokalsieger und erreichten 1993 das Badische Pokalfinale. Die größten Erfolge feierte diese Mannschaft durch ihre Teilnahmen an den süddeutschen Mannschaftsmeisterschaften in Kenzingen bei Freiburg, sowie in Vöhrenbach bei Villingen-Schwenningen, gegen Vertreter aus Bayern, Württemberg, Südbaden und Sachsen, mit einem vierten und fünften Platz. Noch als Mädchen spielten sie, alle mit Ausnahmegenehmigungen versehen, die Verbandsrunde bei den Damen mit. Aus familiären und beruflichen Gründen löste sich diese erfolgreiche Mannschaft 2001 auf. Seither stellt unsere DJK leider keine Mannschaft mehr im Damenbereich.

An die ganz großen Erfolge unserer Schülerinnen und Mädchen können unsere zwei Jugendmannschaften zwar noch nicht anknüpfen, sie sind aber auf dem besten Wege. Wie man weiß, liegt die Spielstärke im Schüler- und Jugendbereich auf badischer Ebene schon auf einem sehr hohen Niveau. Wenn man bedenkt, dass wir uns im Jugendbereich lange Jahre recht schwer taten, Jugendliche für unseren Verein zu gewinnen, ist es umso erfreulicher, zur Zeit mit zwei Jugendmannschaften auf zu trumpfen, die seit zwei Jahren die höchsten badischen Spielklassen, die Verbandsliegen und Verbandsklassen Nordbaden der Schüler und der Jugend, mit ihren Erfolgen bereichern. So wurde unsere Schülermannschaft in der Verbandsrunde 2006/2007 Meister in der Verbandsliga Nordbaden und unsere Jugendmannschaft in der Verbandsrunde 2007/2008 Meister in der Verbandsklasse Nordbaden. Unsere 1. Jugendmannschaft ist in dieser Verbandsrunde in der höchsten badischen Spielklasse vertreten, der Verbandsliga Nordbaden. Noch nie spielten Jugendmannschaften unserer DJK in solch hohen Klassen. An diesen Erfolgen sind neben unseren Jugendlichen maßgeblich unsere Jugendleiter und Trainer Stefanie Ehehalt und Ingo Binder verantwortlich.

Damit zählt unsere DJK zu den erfolgreichsten TT-Vereinen im Sportkreis Sinsheim.

Eine stolze Bilanz für unseren Verein. Vorbildliche Jugendarbeit, Fleiß, Willenskraft, Training, Siegeswillen, Spaß und Freude, gute Kameradschaft, das alles sind Attribute, die unsere Aktiven mitbringen müssen. Mit viel Schweiß, auch auf Kosten von Freizeit und Familie, wurden diese Erfolge errungen. Aber wir können mit Überzeugung behaupten: es hat sich wirklich gelohnt!

Die Liste unserer Vereinsmeister ist sehr lang. Die meisten Einzeltitel im Herrenbereich errang Peter Ludwig, der 9 Mal Vereinsmeister wurde vor seinem Bruder Horst Ludwig und Robert Zwilling, die jeweils 7 Mal Vereinsmeister wurden. Zählt man aber alle Einzel-Vereinmeistertitel, also Jugend und Seniorenbereich zusammen, so hält Peter Ludwig der 14 mal Vereinsmeister wurde, unangefochten die Spitze, gefolgt von Uwe Binder und Horst Ludwig, die jeweils 9 Mal erfolgreich waren. Im Damenbereich wurden die Vereinsmeisterschaften nicht so ernst genommen, denn bis heute gibt es bei den Damen noch keine Vereinsmeisterin. Zumindest in den Mädchenklassen haben sie ihre Meisterschaft fast regelmäßig ausgespielt. Und wer jetzt glaubt, dass Stefanie Ehehalt hier genauso dominierte, wie auf Kreis- und Verbandsebene, sieht sich getäuscht. Vereinsintern war Claudia Geißer die harte Nuss, die fast nicht zu knacken war. Fünf mal wurde sie Vereinsmeisterin, gefolgt von Sandra Dietrich und Stefanie Ehehalt mit jeweils zwei Erfolgen.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen unserer örtlichen Nachbarvereine, sei es sportlicher oder kultureller Art, war bei unserer DJK immer ein fester Bestandteil im Vereinsleben. Egal, ob an Fußballgrümpelspielen, Leichtathletik-Ortsmeisterschaften, Vereinsschießen des Schützenvereins, Tennisortsmeisterschaften, bei Gaudispielen der freiw. Feuerwehr oder bei den Turnern des FC, beim Kerweumzug der Briggehossler, bei Heimatabenden, beim Dachsenfranzfest oder sonstigen Veranstaltungen, wann immer es möglich war, hat sich unser Verein eingebracht und somit seine Verbundenheit zu allen Ortsvereinen Zuzenhausens bekundet. Was die Teilnahme an solchen Veranstaltungen die letzten Jahre betrifft, so muss ich gestehen, dass wir hier, bedingt durch das Tagesgeschäft und die engen Spielpläne, etwas schwächelten. Ich hoffe aber stark, dass sich dies in den nächsten Jahren wieder ändern wird.

Schon immer zu den Aktivposten unserer DJK zählte der kameradschaftliche Teil der Vereinsarbeit. Gelegenheiten, den Brudergeist in der DJK zu erhalten und zu vertiefen, wurden von allen stets gerne angenommen. Wer erinnert sich nicht an die unzähligen Ausflüge, Zeltlagern, Wanderungen, Radtouren, an Skifreizeiten, Grillfeste, Winterfeiern und die geselligen Familienabende, welche schon eh und je einen festen Bestandteil in unserem Vereinsleben innehatten. Oder an die Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und Rosenmontagsbälle.

Impressionen und Eindrücke, ein kleiner Rückblick in Bildern zum Schmunzeln, willkürlich zusammengestellt zu sportlichen und geselligen Begebenheiten in Form von Dias zeigen wir Ihnen gleich im Anschluss während unsers gemeinsamen Abendessens und nach dem offiziellen Teil dieses Abends. Sicher erkennt sich der eine oder andere wieder und kann davon erzählen, wie und was alles einmal war.

Es heißt, ein Festredner sollte sich nicht festreden. Er sollte abtreten, wenn man ihm noch gerne zuhört. Lassen Sie uns also schließen mit einem herzlichen „Vergelt´s Gott“. Unser Verein hat eine stolze Vergangenheit. Wir, Sabine und ich, wünschen ihm eine ebenso stolze Zukunft.

Vielen Dank

Zuzenhausen, 11. Oktober 2008

Hans Schlesinger (Schriftführer)




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